Das hatten die Fahrgäste bei der üstra noch nicht erlebt: Eine Gruppe von 24 Pinguinen und einem Eisbär zog am Sonnabend, den 4. Oktober, in die Station Kröpcke. Um den Hals trugen die Tiere Pappschilder mit der Aufschrift: „Mir ist heiß“ oder „Scholle gesucht: 100 Euro kalt“. In kleinen Gruppen verteilten sich die Arktisbewohner auf Stadtbahnen der verschiedenen Linien und gingen durch die Wagen, um sich bei den Fahrgästen per Handzettel zu bedanken: Für ihren Beitrag zum Klimaschutz.
Die witzige Aktion hatte einen ernsten Hintergrund: Die durch den CO2-Ausstoß erwärmte Atmosphäre lässt die Eiskappen der Pole schmelzen und bedroht so den Lebensraum von Pinguinen, Robben und Eisbären. Einer der Hauptverursacher ist der zunehmende Autoverkehr. Jede Fahrt mit der Stadtbahn erspart der Atmosphäre gegenüber einer Autofahrt 1,6 Kilo des Klimagiftes CO2 pro Stunde.
Initiiert hatte die Aktion die Jugend der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die am vergangenen Wochenende zu ihrem jährlichen bundesweiten Treffen in Hannover zusammengekommen waren. Dabei besichtigte eine Gruppe Jugendlicher am Freitag auch den Betriebshof üstra, auf dessen Dach eine der größten Solaranlagen Hannovers die üstra mit Strom versorgt. Die jungen Greenpeace-Aktivisten waren von den Maßnahmen der üstra zum Klimaschutz begeistert. Im Anschluss an eine Demonstration durch die hannoversche Innenstadt fanden dann am Sonnabend zahlreiche Aktionen statt, darunter auch der Ausflug der Pinguine mit der Stadtbahn. Die üstra freute sich über den Besuch und zeigte sich großzügig, wenn es um bedrohte Tiere geht: Die Gäste aus der Arktis brauchten keinen Fahrschein zu lösen und fuhren kostenlos mit.
Hier geht's zum Film der Greenpeace-Aktion