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U-Bahn-Stationen
Die Hannoverschen U-Bahn-Stationen sind Unikate. Sie haben ein individuelles Design, das Bezugspunkte aus der unmittelbaren Umgebung aufgreift. Die U-Bahn-Stationen wurden vom städtischen U-Bahn-Bauamt (Abteilung für Gestaltung und Ausbau) entworfen. Wegen des einmaligen Konzepts einer Stadtbahn, die ober- und unterirdisch fährt, waren weniger als 20 Stationen erforderlich. Daher entschied man sich für ein individuelles System: Überall, wo es möglich war, wurden in den U-Bahn-Stationen Bezüge zur Oberfläche hergestellt. Das hilft bei der Orientierung. Im Laufe der Jahre wurden die U-Bahn-Stationen Markthalle, Sedanstraße / Lister Meile und Kröpcke von bekannten Designern komplett neu gestaltet.
 - Jean Dewasne's Wandbilder im Hauptbahnhof
U-Bahn-Stationen "Waterloo" und "Hauptbahnhof"
Alle Stationen haben ihre besonderen Eigenheiten, lediglich die U-Bahn-Station Waterloo nicht. Wegen eines enormen Zeitrdruck beim Bau der ersten Tunnelstrecke (Hauptbahnhof-Waterloo), sind diese beiden Stationen vor allem zweckmäßig gebaut worden. Der Hauptbahnhof wurde später noch verschönert: Der französische Künstler Jean Dewasne erschuf im Hauptbahnhof Wandbilder, die sich in der Gestaltung nach französischen Kathedralen und Fenstern richten. An der Südseite verwendete der Künstler wärmere Farben, um das Tageslicht zu simulieren.
 - Der Kröpcke vor der Neugestaltung
 - Und danach mit Glasmosaiken
U-Bahn-Station „Kröpcke“
Stadtbahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 16, 18
Die U-Bahn-Station Kröpcke ist die Hauptumsteigestation der Hannoverschen Stadtbahn. Bis zu 150.000 Fahrgäste täglich nutzen die Station Kröpcke als Ausgangs-, End- oder Umsteigestation. Da hier alle drei Tunnelstrecken zusammenlaufen, war beim Bau der Station besonders viel Orientierung gefragt. Das Hannoversche Stadtbahnsystem besteht aus der A- (Waterloo bis Lister Platz), der B- (Vahrenwald bis Döhren) und der C-Strecke (Königsworther Platz bzw. Kopernikusstraße bis Braunschweiger Platz). Diesen sind die Farben blau, rot und gelb zugeordnet.
Diese Farben waren zunächst maßgeblich für die Gestaltung des Kröpcke: Die Ebenen der einzelnen Strecken wurden auch in ihren jeweiligen Farben gestaltet. Treppen wurden mit Hilfe von weißen Streifen gekennzeichnet. Eine Art Wolkenlandschaft nahm ein Motiv des Kröpcke Centers auf, und zwei Fabelwesen aus Stein prangten an der Wand, die vom Eingang der Windmühlenstraße aus zu sehen ist. Diese Fabelwesen stammen vermutlich vom ehemaligen „Neuen Haus“ am Emmichplatz. Die Sandsteinköpfe lagern bis auf Weiteres im Grünflächenamt Ahlem.
Wegen hoher Energiekosten und schlechter Lichtverhältnisse wurde die U-Bahn-Station Kröpcke im Jahr 1999 komplett neu gestaltet. In nur fünfmonatiger Umbauzeit verwandelte der italienische Designer Massimo Iosa Ghini 1999 die Station in einen Tempel aus Glasmosaik. Ganze 12.000 Quadratmeter bedeckte er mit grünen und gelben Glassteinchen - ein Material, das langlebig, farbintensiv und leicht zu reinigen ist.
 - Grafitti-Kunst in Hannover
U-Bahn-Station „Lister Meile / Sedanstraße“
Stadtbahnlinien 3,7,9
Ursprünglich gab es auf der Verteilerebene der U-Bahn-Station Sedanstraße / Lister Meile eine Wand, auf der ein buntes Bild zu sehen war. Dieses Bild hatten Schülerinnen und Schüler einer nahe gelegenen Grundschule vor gut 30 Jahren im Rahmen eines Wettbewerbs gemalt.
Mitte der Neunziger ging die üstra jedoch neue Wege, um U-Bahn-Haltestellen künstlerisch Leben einzuhauchen. 1995 startete der »Hannover - New York Express«. Vier junge Graffiti-Künstler aus Hannover und drei etablierte Sprayer aus New York bekamen die Chance, von der junge Kollegen nur träumen konnten – eine ganze U-Bahn-Station nur für sich. In der Station »Lister Meile« entstand eine gigantische Graffiti-Welt und der größte deutsch-amerikanische Comic-Strip der Welt.
 - Die Markthalle mit roten Backsteinen
 - Säulenmalerei verschönert die Station
U-Bahn-Station „Markthalle“
Stadtbahnlinien 3,7,9
Die U-Bahn-Station Markthalle erinnert seit ihrem Bau bis heute an die Marktkirche und Hannovers Altstadt. Daher ist die Wand der Station mit Backsteinen verkleidet und erinnert so an die Oberfläche.
Im Jahr 1995 gab die üstra die Neugestaltung der Station in die Hände einer einzigen Künstlerin, der Berlinerin Elvira Bach. »Column Painting« hieß das Projekt, das aus den tragenden Säulen der Station Träger einer künstlerischen Botschaft machte: Die Säulen zeigen Motive des ewig Weiblichen.
 - Ein kirchenähnliches Gewölbe
U-Bahn-Station "Christuskirche"
Stadtbahnlinien 6, 11
Die U-Bahn-Station Christuskirche liegt in unmittelbarer Nähe der evangelisch-lutherischen Christuskirche und ist daher kathedralenähnlich gebaut. Die Station ist stützenfrei und hat eine Gewölbedecke. Die Außenwände sind mit schlichten roten Ziegeln verkleidet, die an die neogotische Kirche erinnern. Außerdem zieren streng vertikal angeordnete Mauerwerksfelder und –linsen die Station. Die Wände sind mit Spiegeln durchsetzt, die die U-Bahn-Station optisch größer erscheinen lassen. Besonders der Boden ähnelt einer Kirche: Er besteht aus einem sandsteinfarbenen Terazzo-Plattenbelag. Das Besondere an der Station Christuskirche: In der U-Bahn-Station sorgen Straßenlaternen, die auch auf dem Platz an der Oberfläche zu finden sind, für die Beleuchtung.
 - Die Sonne als Mittelpunkt der Erde
U-Bahn-Station "Kopernikusstraße"
Stadtbahnlinien 6, 11
Bedeutende Änderung: Die U-Bahn-Station wird mit Tageslicht beleuchtet. Es gibt große Lichtschächte. Die Station erinnert an den Astronomen Nikolaus Kopernikus, der im frühen sechzehnten Jahrhundert die Theorie aufstellte, dass die Sonne der Mittelpunkt der Planeten ist. Daher können in der U-Bahn-Station sechs Großtafeln mit jeweils zwei Motiven bestaunt werden. Sie zeigen die epochalen Weltbilder Antike und Mittelalter, graphisch reduziert auf die Farben gelb (Sonne) und blau (Raum). Die Wände der Station Kopernikusstraße bestehen aus reflektierendem, gewellten Edelstahl, der in Anlehnung an Kopernikus die Offenheit des Denkens und die Weite des Raumes illustrieren soll.
 - Eisentore und Sandsteinreliefs am Braunschweiger Platz
U-Bahn-Station "Braunschweiger Platz"
Stadtbahnlinien 4, 5, 6, 11, 16
Der Bezug zur Oberfläche ist am Braunschweiger Platz ganz deutlich: die tierärztliche Hochschule. Die Wände der Station wie große Teile der Hochschule auch sind mit roten Backsteinen verkleidet. Vier Sandsteinreliefs zieren die Treppen zur Bahnsteigebene: Eine Geburtshilfeszene aus dem alten Ägypten, das Wappen der tierärztlichen Hochschule, der Gründer der tierärztlichen Hochschule, Johann Adam Kersting, sowie ein Lassrösslein (Aderlass beim Pferd) sind dargestellt. Darüber hinaus sind am Eingang über die ganze Station schmiedeeiserne Gitter aus dem 19. Jahrhundert verteilt. Diese stammen von einem ehemaligen Schlachthof, der sich in der Nähe der U-Bahn-Station befand.
 - Bild der Henriettenstiftung
U-Bahn-Station "Marienstraße"
Stadtbahnlinien 4, 5, 6, 11, 16
Auf der Verteilerebene der Marienstraße gibt es zwei große Bilder. An der Westseite ist die Gartenkirche abgebildet. Hier kann man die Kirche so sehen, wie sie vor dem zweiten Weltkrieg ausgesehen hat. Damals hatte sie noch einen großen Turm, der im Krieg zerstört worden ist. An der Ostseite der Station befindet sich ein Bild der nahe gelegenen Henriettenstiftung.
 - Dunkelbraune Wände erinnern an das Anzeiger-Hochhaus
U-Bahn-Station "Steintor"
Stadtbahnlinien 4, 5, 6, 11, 16
Beim Steintor hatte die Helligkeit des Bodens Vorrang. Im Kontrast dazu sind die Wände dunkelbraun verkleidet und erinnern stark an das Anzeiger-Hochhaus. Neu bei der Station Steintor: An der Oberfläche wurde in die Station ein Blumenladen integriert.
 - Das alte Wappen der Gilde-Brauerei
 - Kupferkessel zum Bierbrauen
U-Bahn-Station "Altenbekener Damm"
Stadtbahnlinien 1, 2, 8, 1
Bei der Station Altenbekener Damm gab es kein Problem, den Bezug zur Oberfläche herzustellen: Da die Gilde-Brauerei in der Nähe ist, baute Draser Kupferkessel, in denen Bier gebraut wird, mit in die U-Bahn-Station ein. Die rote Ziegelwandverkleidung mit gewölbten Säulen erinnert an die Brauerei-Fassade. Außerdem griff er die vorherrschende Baurichtung an der Oberfläche auf und verschönerte die Station mit Jugendstilmotiven. An den Treppenabgängen befinden sich darüber hinaus drei große Fotos. Sie zeigen einen Stadtplan von 1890, den Querschnitt einer für die Hannover-Altenbekener-Eisenbahn 1874 gebauten Lokomotive und die Gilde-Brauerei um 1900.
 - Stationsname auf grünem Quadrat
 - Büste des Dichters Emanuel Geibel
U-Bahn-Stationen "Schlägerstraße" und "Geibelstraße"
Stadtbahnlinien 1, 2, 8, 18
Diese Stationen sind im Rohbau gleich. Deshalb gab man sich besondere Mühe, sie unterscheidbar zu machen. Da die nähere Umgebung der Schlägerstraße für die Gestaltung der Station nicht viel hergab, veränderte Draser den Namenszug in der Mitte der Station: Die meisten Hannoverschen U-Bahn-Stationen haben in der Mitte tragende Säulen, auf denen der Stationsname angebracht ist. Normalerweise wird dort weiße Schrift auf blauem Rechteck verwendet. In der Station Schlägerstraße steht die Schrift auf einem grünen Quadrat, in der Station Geibelstraße auf einem blauen Kreis.
Bei der Station Geibelstraße war der Bezug dann auch wieder schnell gefunden: Hier ziert eine Büste des Lübecker Dichters Emanuel Geibel das unterirdische Gebäude. Außerdem gibt es Vitrinen mit Gedichten und einem Bild des spätromantischen Dichters.
 - Das alte Aegidientor
U-Bahn-Station "Aegidientorplatz"
Stadtbahnlinien 1, 2, 4, 5, 6, 8, 11, 16, 18
Am Aegidientorplatz bot sich der Bezug zu den in der Nähe gelegenen Museen an. Daher haben das historische Museum, das Sprengelmuseum und das Kestner Museum auf der Verteilerebene Glasvitrinen für Ausstellungsstücke bekommen. Auf der Eingangsebene ist außerdem ein großes Bild des historischen Aegidientors aus dem Jahre 1620 auf einer Bildtafel zu sehen. In etwas abstrakterer Form ist das Aegidientor in einer Waldlandschaft auch auf den Wänden der Bahnsteigebenen abgebildet. Das Besondere an der U-Bahn-Station Aegidientorplatz: Hier wurde übrigens der erste Fahrstuhl gebaut.
 - Erinnerung an die Roter-Punkt-Aktion
U-Bahn-Station "Werderstraße"
Stadtbahnlinien 1, 2
Bei der U-Bahn-Station Werderstraße musste nicht lange überlegt werden: In der Straße hat die Continental AG ein Gebäude und war gerne bereit, Gummiformen, die zur Herstellung von Autoreifen benötigt werden, abzugeben. Diese sind nun an den Wänden der Station angebracht.
Außerdem wird in der U-Bahn-Station Werderstraße an die Roter-Punkt-Aktion erinnert: Im Juni 1969 demonstrierten Hannoveraner gegen die Fahrpreiserhöhung der üstra. Sie organisierten einen alternativen öffentlichen Verkehr, indem sie rote Punkte verteilten. Autofahrer mit diesem Aufkleber auf der Windschutzscheibe waren bereit, andere Personen mitzunehmen. Diese Aktion war die Geburtsstunde der neuen üstra: Das damals private Verkehrsunternehmen wurde kommunalisiert, der Großraum-Verkehr Hannover mit einem Einheitstarif entstand. In Erinnerung daran ist ein Teil der Decke in der Station Werderstraße mit einem roten Punkt bemalt.
 - Mühlensteine in der Station
U-Bahn-Station "Mühlenberg"
Stadtbahnlinien 3, 7, 9
Als ehemaliger Mühlenstandort dieses Motiv an der U-Bahn-Station Mühlenberg wieder aufgegriffen. Diese Station zieren originale Mühlsteine, die der Architekt durch Glück in der Region Hannover bekommen hat.
 - Sandsteinplastiken in der Station
 - Gewölbte Dachkonstruktion auf der Station
U-Bahn-Station "Lister Platz"
Stadtbahnlinien 3, 7, 9
In der U-Bahn-Station Lister Platz befinden sich auf der Eingangsebene Sandsteinplastiken. Das besondere gestalterische Element dieser Station ist jedoch das Dach an der Oberfläche. Die gewölbte Dachkonstruktion soll das Ende der Fußgängerzone ankündigen.
 - Heckenmotive am Königsworther Platz
 - Soldaten bewachen die Türen
U-Bahn-Station "Königsworther Platz"
Stadtbahnlinien 4, 5, 16
Das Leitmotiv der U-Bahn-Station Königsworther Platz ist der in der Nähe gelegene Große Garten Herrenhausen. An den Wänden der Station sind acht historische Eisentore angebracht, in deren Inneren Bilder zu finden sind. Diese Spaliermotive zeigen acht unterschiedliche Szenen aus den Herrenhäuser Gärten. Die Bilder stammen aus dem Archiv des historischen Museums. Die Decke der U-Bahnstation erinnert in ihrer Konstruktion an ein Spalier. Unterschiedliche Bäume sind in die Wände eingearbeitet. An den Enden der Bahnsteige sind jeweils gelbe Türen angebracht. Vor zwei Türen stehen historische Soldaten. In der ganzen Station wird mit Hecken gespielt: Treppen, die Eingangsebene und an der Oberfläche die Abgänge sind mit eisernen Gittern gesichert, die nicht wie normal in Zacken, sondern in Pflanzenmotiven enden.
Neben den Herrenhäuser Gärten wird auch der Bezug zur Continental AG, deren Hauptverwaltung früher am Königsworther Platz zu finden war, hergestellt. Vier Plakate zeigen Illustrationen aus der Zeitschrift „Echo Continental“.
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