BUSSTOPS


Ihr bis dato ambitioniertestes Projekt entwickelte die üstra Anfang der neunziger Jahre im Rahmen der "Kunst im öffentlichen Raum"-Kampagne der Stadt Hannover: Die BUSSTOPS. International renommierte Architekten und Designer konzipierten gemäß ihren Vorstellungen insgesamt neun über die ganze Stadt verteilte Haltestellen.

Kunst als außergewöhnlicher Teil einer gewöhnlichen Dienstleistung, so lautete die Aufgabenstellung an die beteiligten Baumeister. Wartezeit sollte nicht weiter automatisch als verlorene Zeit gelten, sondern im Gegenteil zu einem Gewinn für die Sinne der Fahrgäste werden. Es entstanden spielerische Variationen des Themas "Haltestelle", eine Ästethik des Ab-Wartens wurde geschaffen.

 

Busstop Steintor bei Nacht

BUSSTOP „Steintor“ - Alessandro Mendini

Stadtbahnlinie 10, 17

Der italienische Architekt Alessandro Mendini schuf am Steintor eine gelb-schwarze, riesige Lego-Landschaft. 20 Meter lang, massiv, mit goldenen Türmchen auf den Ecken. Es ist wohl der auffälligste und kühnste BUSSTOP Hannovers.

 

Busstop Leinaustrasse

BUSSTOP „Leinaustraße“ - Andreas Brandolini

Stadtbahnlinie 10
Buslinie 700

Es grünt so schön in Hannover Linden. Jedenfalls auf dem Dach des BUSSTOPS „Leinaustraße“. Erschaffer ist der Design-Professor Andreas Brandolini. Profanem will er in einem außergewöhnlichen Ambiente eine neue Wirkung verleihen. So hat er Wohnzimmertische in Form von Currywürsten entworfen, Sessel aus Lego-Steinen und eben diesen BUSSTOP mit Grünzeug auf dem Dach.

 

Busstop Nieschlagsstrasse mit Stadtbus

BUSSTOP „Nieschlagstrasse“ - Wolfgang Laubersheimer

Stadtbahnlinie 9
Buslinie 100/200

Der Kölner Design-Professor Wolfgang Laubersheimer konstruierte diesen BUSSTOP mit vier riesigen Lauschkalotten so, dass das gesprochene Wort so reflektiert wird, dass es mühelos über eine Distanz von bis zu 50 Metern auch von anderen verstanden werden kann.

 

Busstop Königsworther Platz bei Nacht

BUSSTOP „Königsworther Platz“ - Ettore Sottsass

Stadtbahnlinie 4, 5
Buslinie 100/200

Ettore Sottsass interpretierte bei diesem BUSSTOP das Prinzip „Tisch“ neu. Sein gelbes Kreuzgitter bildet den leuchtenden Rahmen für die graue „Tischdecke“, unter der sich die Fahrgäste versammeln können. Schwarz-weißer Kunststein bildet den Fuß dieses Kunstwerkes.

 

Busstop Sprengelmuseum von hinten

BUSSTOP „Maschsee / Sprengel-Museum“ - Heike Mühlhaus

Buslinie 100/200

Das Dach dieses BUSSTOPS erinnert an eine große Walflosse. Zwölf Meter ist die Flosse breit und bietet genug Platz, um darunter gut geschützt auf den Bus zu warten. Eine Installation der Wahl-Berlinerin und Avantgarde-Künstlerin Heike Mühlhaus. Ein sechs Meter tiefer Pfahl verankert das Kunstwerk im Boden - damit es auch bei Unwetter nicht davon schwimmt.

 

Busstop Congress Centrum

BUSSTOP „Hannover Congress Centrum“ - Oscar Tusquets Blanca

Stadtbahnlinie 11
Buslinie 128, 134

Der BUSSTOP des Architekten und Malers aus Barcelona ist eine scheinbar federleichte Konstruktion aus Glas und Metall. Eleganz und Symmetrie sind die bestimmenden Elemente der Konstruktion mit eigenwilligem Pagodendach, die direkt gegenüber von Hannovers Congress Centrum steht. Ein Ort, an dem man ganz entspannt warten kann.

 

Busstop Braunschweiger Platz von hinten

BUSSTOP „Braunschweiger Platz“ - Frank O. Gehry

Stadtbahnlinie 4, 5, 6, 11
Buslinie 128, 134

Ausgestorben ist dieser BUSSTOP noch längst nicht: aber wegen seiner Größe und der Optik eines Reptilienpanzers wurde er von den italienischen Handwerkern, die die schwierige Dachkonstruktion aus rechteckigen grünen und weißen Schuppen erstellten, nur „Franks Dinosaurier“ genannt.

 

Busstop Aegidientorplatz bei Nacht

BUSSTOP „Aegidientorplatz“ - Jasper Morrison

Stadtbahnlinie 1, 2, 4, 5, 6, 8, 10, 11, 17
Buslinie 100/200, 120

Dieser Stahlbau ist wohl der unauffälligste der BUSSTOPS. Dafür aber besonders funktionell. Wer hier wartet, ist von oben und drei Seiten vor Wind und Wetter geschützt. Wenn der Bus kommt, sieht man ihn rechtzeitig durch die Glaswand. „Die Öffentlichkeit ist der Kunde“, erklärte Jasper Morrison die Idee seines Entwurfs.

 

BUSSTOP „Friedrichswall / Culemannstraße“ - Massimo Iosa Ghini

Stadtbahnlinie 3, 7, 9 (Markthalle)
Buslinie 120

Massimo Iosa Ghini stellte dem ehrwürdigen Wangenheim-Palais, in dem heute das Wirtschaftsministerium sitzt, ein futuristisches, grünes Luft-Boot gegenüber. Ein witziges Konzept, dem Ende der Neunziger der Umbau der wichtigsten U-Bahn-Station in Hannover, der Station „Kröpcke“, folgte - den Ghini federführend übernahm.


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