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Der TW 3000So aufregend wird Hannovers neue StadtbahnSeit der Vertragsunterzeichnung über die Herstellung des TW 3000 im April 2011 ist einiges passiert: Die Konstruktion der neuen Stadtbahn ist abgeschlossen. Wie die neue Stadtbahn im Detail aussieht veranschaulicht erstmalig ein originalgetreues Modell im Maßstab 1:20, das die üstra Anfang November vorgestellt hat. Die vom Konsortium angefertigte kleine Version des TW 3000 misst 1,26 Meter und zeigt alle Details der Innen- und Außengestaltung. Der Bau des TW 3000 hat begonnenDer TW 3000 wird an drei Standorten gebaut: Alstom stellt Fahrgestelle und Räder in Salzgitter her, Vossloh Kiepe in Düsseldorf liefert die elektronischen Komponenten und die Firma Heiterblick aus Leipzig baut die Karosserie. Wie weit der Baufortschritt bereits ist, können Sie in unserem Bautagebuch verfolgen. Das erste Fahrzeug der neuen Stadtbahn wird voraussichtlich Ende 2013 geliefert. Anschließend wird es in Betrieb genommen und vermutlich Anfang 2014 mit Fahrgästen in Hannover unterwegs sein. Das Mock-Up und letzte Änderungen an der Konstruktion
Mit Hilfe des im Januar 2012 vorgestellten Mock-Up – ein originalgroßes Modell im Maßstab 1:1 – wurde das Fahrzeug in Hinblick auf ergonomische und gestalterische Anforderungen optimiert. Zum einen wurden Anregungen der Behindertenverbände für den Innenraum der neuen Bahn berücksichtigt. Sie hatten den Mock-Up auf ihre Bedürfnisse getestet und die Erfahrungen der üstra mitgeteilt. Der Abstand der Haltestangen wurde auf einen Meter verbreitert, so dass Rollstuhlfahrer bequem von der ersten bis zur letzten Tür durch die Stadtbahn fahren können. Die Sprechstelle und der Taster wurden so positioniert, dass sie auch für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste gut erreichbar sind. Außerdem wird ein Auffindeton für Seheingeschränkte eingebaut, der es blinden Fahrgästen ermöglicht, die Tür und den -knopf einfacher zu finden. Zum anderen wurde an dem Beleuchtungskonzept gearbeitet und die Anbringung der Leuchtmittel, die Helligkeit und der Ausstrahlwinkel verbessert, um das Licht für die Fahrgäste noch angenehmer zu gestalten. Für eine bessere Sicht der Stadtbahnfahrer wurde die A-Säule des Fahrzeugs verschmälert und die Bedienelemente am Fahrersitz werden durch die Nachjustierung besser erreichbar sein. Die Rückwand der Fahrerkabine wird eine transparente getönte Scheibe bekommen. Das Mock-Up ist ein acht Meter langes und rund fünf Tonnen schweres Modell, dass den Fahrzeugkopf bis hin zur ersten Fahrgasttür des neuen TW 3000 veranschaulicht. Es diente als Entscheidungshilfe dafür, in wie fern alle Anforderungen an das neue Fahrzeug ausreichend umgesetzt worden sind. In die Entwicklung des Designs sind maßgeblich auch die Befragungsergebnisse von Fahrgästen, Interessenverbänden sowie Mitarbeitern eingeflossen. Das Mock-Up wurde vom Büro PanikRuhdorfer Designpartner in Stuttgart angefertigt und Ende Januar vor Ort vorgestellt. Zum Tag der offenen Tür am 24. Juni 2012 kam das originalgroße Modell auf den Stadtbahnbetriebshof Glocksee und wurde den Hannoveranern erstmals präsentiert. Warteschlangen bestätigten, wie sehr sich die Hannoveraner auf die neue Stadtbahn freuen. Die Außengestaltung
Grün, Silber, Schwarz:Hochstehende Fenster:Lichtstreifen über den Türen:Sie signalisieren dem Fahrgast, ob sich die Türen noch öffnen lassen (grün) oder die Türen verriegelt sind (rot). Keine Klapptrittstufen: Das neue Stadtbahnfahrzeug benötigt keine Klapptrittstufen mehr, da es auf den Stadtbahnlinien 3 und 7 eingesetzt werden kann, die seit 2009 komplett mit Hochbahnsteigen ausgestattet sind. Durch eine effizientere Energierückspeisung kann der Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent gesenkt werden. Fahrzeugkopf mit Aufprallschutz:
Die Innengestaltung
Farbiges Lichtkonzept:Freischwebende Längs- und Querbestuhlung:Viele Festhaltemöglichkeiten:Fahrerarbeitsplatz mit Memorysitz:Beim Arbeitsplatz des Fahrers wurden bewährte Aspekte mit innovativen Ansätzen verknüpft. Herzstück ist dabei der Fahrersitz, der durch eine so genannte Sitzmemorisierung jedem Fahrer je nach Größe und Gewicht automatisch die optimale Sitzposition einstellt. Damit soll Rückenbeschwerden, die oft zu krankheitsbedingten Ausfällen im Fahrpersonal führen, vorgebeugt werden.
Hersteller, Kosten und Zeitplan: Ein Konsortium aus der Vossloh Kiepe GmbH und der Alstom Transport Deutschland GmbH baut die neuen Stadtbahnen für Hannover. Den Vertrag über die Herstellung von 50 Fahrzeugen des neuen Stadtbahnwagentyps TW 3000 haben die üstra und das Konsortium am 8. April 2011 in Hannover unterzeichnet. Beauftragt wurde das Konsortium von der üstra mit der Lieferung von 50 Stadtbahnfahrzeugen mit der Option, weitere 96 Fahrzeuge gleichen Typs im Zeitraum 2015 bis Mitte der zwanziger Jahre zu bestellen. Der Auftrag über die 50 Fahrzeuge hat ein Volumen von rund 126 Millionen Euro. Möglich wird diese Investition, weil die Anschaffung zu 50 Prozent von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) gefördert wird. Produziert werden Hannovers neue Stadtbahnen in Düsseldorf, Salzgitter und Leipzig. Geliefert werden die ersten Fahrzeuge voraussichtlich Ende 2013. Grund für den Kauf ist, dass die ältesten im Einsatz befindlichen Stadtbahnfahrzeuge des Typs TW 6000 ein Alter von über 30 Jahren erreicht haben. Dadurch nehmen Störungen zu, Ausfälle häufen sich, Ersatzteile sind immer schwerer zu beschaffen und die Akzeptanz der Kunden für das in die Jahre gekommene grüne Modell nimmt ab. Langfristig benötigt die üstra insgesamt 146 neue Stadtbahnwagen bis Mitte der zwanziger Jahre als Ersatz für die Wagen des Typs TW 6000. |