Alle U-Stationen ausgestattet: Defibrillatoren retten Leben

Hannovers U-Stationen sind wieder lückenlos mit Defibrillatoren ausgestattet. Durch Vandalismus zerstörte Geräte konnten jetzt wieder ersetzt werden. Möglich gemacht wurde dies durch eine Spende der ÜSTRA in fünfstelliger Höhe. Seit der Inbetriebnahme der Geräte 2013 konnten bereits in zwei Fällen Menschenleben gerettet werden. „Ein Menschenleben ist unbezahlbar“, erklärte dazu Dr. Volkhardt Klöppner, der Vorstandsvorsitzende der ÜSTRA. „Deshalb leisten wir sehr gern einen Beitrag zu dieser Einrichtung, mit der Menschen vor dem plötzlichen Herztod gerettet werden können.“

„Dadurch, dass nun alle Standorte wieder mit AEDs ausgestattet sind, ist die Rettungskette gestärkt, Patienten können besser vor dem plötzlichen Herztod bewahrt und die Notfallrettung in der Landeshauptstadt kann gezielter und effektiver eingesetzt werden“, betont Feuerwehrdezernentin Rita Maria Rzyski.

In Deutschland sterben jährlich über 100.000 Menschen an plötzlichem Herztod - ganz ohne gesundheitliche Vorzeichen. In 80 Prozent dieser Fälle führt eine Störung des normalen Herzrhythmus - das sogenannte Herzkammerflimmern - zum Kreislaufstillstand. Damit das Herz seine normale Tätigkeit wieder aufnehmen kann, muss es „entflimmert“ werden. Dieses „Entflimmern“ wird als Defibrillation bezeichnet und geschieht durch gezielte Stromstöße eines AED (Automatisierte Externe Defibrillation). Mit diesen Geräten kann jedermann ohne Vorkenntnisse im Notfall erste Hilfe leisten und so Leben retten.

Im Juni 2013 wurden daher alle 19 U-Stationen der ÜSTRA sowie das ÜSTRA Kundenzentrum mit insgesamt 46 Defibrillatoren ausgestattet. Möglich wurde dies durch ein gemeinsames Projekt der Feuerwehr der Landeshauptstadt Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Deutsche Herzstiftung e.V., der Wilhelm-Hirte-Stiftung, der protec Service GmbH, der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH und der ÜSTRA. Finanziert wurde das Vorhaben durch Spenden an die Deutsche Herzstiftung, die die Geräte beschafft und installiert hat.

In den vergangenen Jahren wurden Defibrillatoren immer wieder Gegenstand von Vandalismusattacken, bei denen die Geräte von der Wand gerissen und sinnlos zerstört wurden. Da die Mittel des Projekts finanziell begrenzt waren, konnten zerstörte oder fehlende Defibrillatoren schließlich nicht mehr ersetzt werden - es kam zu Lücken in der Ausstattung der Stationen. Mit der Spende der ÜSTRA konnten diese Lücken nun wieder geschlossen werden.

„Damit übernehmen wir Verantwortung auch für das gesundheitliche Wohlergehen unserer Fahrgäste“, erklärte der ÜSTRA Vorstandsvorsitzende Dr. Klöppner.
Den Betrieb der Defibrillatoren hat die Feuerwehr der Landeshauptstadt Hannover übernommen. Sie stattet die Standorte nach dem Einsatz eines Defibrillators mit einem Austauschgerät aus, überprüft und wartet alle vorhandenen AEDs und wechselt turnusmäßig Akkus und Elektroden.
Dabei wird sie von der protec, dem Sicherheitsdienst der ÜSTRA unterstützt. „Durch die Vorhaltung der zusätzlichen Ersatzgeräte ist bei den leider vielen Vandalismusattacken der Betrieb jetzt wieder sichergestellt“, hebt Claus Lange, Leiter der Feuerwehr, hervor.

Die Standorte sind mit der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover abgestimmt, die Eigentümerin des Stadtbahnnetzes ist. Die ärztliche und wissenschaftliche Begleitung des Projekts hat die Kardiologie der Medizinischen Hochschule Hannover übernommen. Sie hat in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr 10 Mitarbeiter der ÜSTRA im Umgang mit den Defibrillatoren geschult. Diese Mitarbeiter haben als Multiplikatoren wiederum 164 Mitarbeiter aus den Organisationsbereichen Leitstelle, Mobile Service Teams, Kundenzentrum sowie Fahrausweisprüf- und Sicherheitsdienst der ÜSTRA und der protec unterwiesen. Wer wissen möchte, wie einfach man im Notfall mit einem Defibrillator Menschenleben retten kann, findet hier ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=EdaRp7ozZ6Q 

Weitere Informationen zu dem Thema Defibrillatoren bei der ÜSTRA finden Sie hier

Rita Maria Rzyski, Dr. Volkhardt Klöppner, Claus Lange und Christian von Lützow freuen sich darüber, dass jetzt alle Tunnelstationen wieder mit Defibrillatoren ausgestattet sind. Foto: Ina Richter