Ein künstlich erzeugtes Bild des albus, der auf einer Straße fährt. Linien die vom Bus zu einem vorausfahrenden Auto und einem nebenherfahrenden Fahrrad führen, symbolisieren die Sensoren, die im Bus verbaut wurden.
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albus: Positive Bilanz nach erster Projektphase

Ende Juni endet die erste Projektphase von albus, dem autonomen Bus, der seit September 2025 in Burgdorf unterwegs ist. Zeit für ein Zwischenfazit.

Rund 1.200 Testfahrten, viele neue Erkenntnisse und durchweg positives Feedback: Die erste Projektphase von albus endet Ende Juni 2026 mit einer erfolgreichen Bilanz. Seit September 2025 ist der autonome Bus auf dem Linienweg angelehnt an die Linie 906 in Burgdorf unterwegs und hat gezeigt, dass autonomes Fahren im öffentlichen Nahverkehr schon heute funktionieren kann.

Besonders erfreulich: Die Fahrgäste vertrauen der Technik und bewerten die Fahrten überwiegend als komfortabel, sicher und zukunftsweisend. Auch der Fahrkomfort konnte während des Testbetriebs kontinuierlich verbessert werden. So wurden anfangs kritisierte starke Bremsmanöver durch Weiterentwicklungen der Software deutlich reduziert.

Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz zieht ein positives Fazit: "Zu Beginn des Projekts gab es viele Hürden, die wir nach und nach gemeistert haben. Auch viele offene Fragen der Fahrgäste – und, so ehrlich muss man bei einem Testbetrieb sein, auch von uns selbst – konnten inzwischen geklärt werden. Das ist genau das, was wir erreichen wollten. Denn wie der Bus und die Technik nach und nach dazugelernt haben, haben wir es auch. Immerhin sind wir deutschlandweit die Ersten, die einen Bus dieser Größe im automatisierten Betrieb an den Start gebracht haben."

Autonom unterwegs durch Burgdorf

Das Projekt albus läuft seit März 2023 und wird mit insgesamt 6,3 Millionen Euro gefördert, davon zu 58 Prozent durch den Bund. Nach umfangreichen Vorbereitungen und der Klärung rechtlicher Fragen startete im September 2025 der Pilotbetrieb auf der Linie 906 in Burgdorf.

Zum Einsatz kommt ein autonomer Elektrobus des Typs KARSAN Autonomous e-ATAK. Das acht Meter lange Fahrzeug fährt automatisiert auf Level 4 und orientiert sich mithilfe von LiDAR-Sensoren, Kameras, Radar, Ultraschalltechnik und hochauflösenden Karten im Straßenverkehr. Die sechs Kilometer lange Strecke umfasst 14 Haltestellen und bindet auch die BBS Burgdorf als Kompetenzzentrum für Mobilität an.

Wissenschaftliche Begleitung bestätigt positive Ergebnisse

Von Beginn an wurde albus wissenschaftlich begleitet. Die bisherigen Ergebnisse fallen positiv aus: Die technische Machbarkeit eines autonomen Linienbusbetriebs konnte nachgewiesen werden. Die Sicherheitssysteme arbeiten zuverlässig und die Software wurde während des Testbetriebs kontinuierlich weiterentwickelt.

ÜSTRA-Vorstandsvorsitzende Elke van Zadel resümiert: "Die erste Phase hat gezeigt, dass autonome Busse technisch machbar und von den Fahrgästen akzeptiert werden. Das ist der wichtigste Punkt, denn für uns als Verkehrsbetrieb geht es darum, die Fahrgäste mit Zuverlässigkeit und Sicherheit weiter zu überzeugen. Das geht am besten durch die Möglichkeit, mit der Teilnahme an Testfahrten mit zwei zusätzlichen autonomen Bussen und Fortsetzung des Pilotprojekts die Zukunft der Mobilität erfahren zu können."

So könnte es weitergehen

Noch in diesem Monat entscheidet die Regionsversammlung über die Fortführung des Projekts bis 2027. Vorgesehen sind die Beschaffung von zwei weiteren autonomen Bussen sowie die Fortsetzung und Ausweitung des Testbetriebs.

Langfristiges Ziel ist ein sogenannter "Driver-Out-Betrieb" bis Ende 2029. Dann sollen autonome Busse ohne Sicherheitsfahrpersonal unterwegs sein. Begleitend werden weiterhin CO₂-Einsparungen, Fahrgastakzeptanz und technische Entwicklungen untersucht.

Für die zweite Projektphase sind Kosten von rund 2,7 Millionen Euro vorgesehen. Davon sollen 53 Prozent durch das Bundesverkehrsministerium gefördert werden. Die Region Hannover übernimmt den verbleibenden Anteil.

"Das ist eine lohnende Investition in die Zukunft", betont Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. "Denn die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, kommen nicht nur unserer Region zugute, sondern dem gesamten ÖPNV in Deutschland."

Nach Abschluss des Projekts sollen die Fahrzeuge an die ÜSTRA übergeben werden. Der Testbetrieb könnte anschließend bis 2029 fortgeführt werden.

"Damit sichern wir, dass die Innovation nicht nach ein paar Jahren endet, sondern nachhaltig in unseren ÖPNV integriert wird", erklärt Franz weiter.

Blick nach Norwegen

Dass autonomer Linienverkehr bereits heute möglich ist, zeigt Stavanger in Norwegen. Dort fährt ein baugleiches Fahrzeug schon jetzt mit technischer Aufsicht im regulären Betrieb.

"Das beweist, dass unser Ziel – der ‘Driver-Out-Betrieb’ bis Ende 2029 – realistisch ist", erklärt Christian Kollenberg, Gesamtprojektleiter von albus. "Mit der geplanten Anschaffung von zwei Bussen, der Verlängerung der Projektlaufzeit bis Ende 2027 sowie der Fortführung des Testbetriebs über das Projekt albus hinaus, wollen wir diesen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren im ÖPNV erreichen."

Erstellt am 16.06.2026