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Autonomer Reinigungsroboter: "Bürsti" jetzt in Tunnelstationen unterwegs

Die protec testet ab sofort den autonomen Reinigungsroboter "Bürst" in den unterirdischen Stadtbahnstationen.

Unser Tochterunternehmen protec, zuständig für Sicherheit und Sauberkeit, verzeichnet einen hilfreichen Neuzugang für die Reinigung der Tunnelstationen: Der erste autonome Reinigungsroboter, rein technisch ausgedrückt ist es der „Tennant X4 ROVR“. Von den Mitarbeitenden wird er bereits liebevoll „Bürsti“ genannt.

„Mit dem Gerät starten wir in eine neue Ära“, sagt protec-Geschäftsführer Mathias Lindscheid. „Mit seinem Frischwassertank reinigt der Roboter fast 2.000 Quadratmeter Fläche am Stück. Er ist bis zu zweieinhalb Stunden ohne Aufladung im Einsatz und navigiert sich selbständig durch vorgegebene Flächen.“

Bevor Bürsti zum eigentlichen Einsatz kommt, scannt er seine Umgebung und erstellt eine virtuelle Karte. Diese hinterlegte „roadmap“ fährt er anschließend für die Bodenreinigung eigenständig ab. Dabei erledigt er drei Arbeitsschritte in einem: Wasser aufbringen, scheuern und Schmutzwasser aufsaugen. Er hinterlässt eine gereinigte und trockene Fläche. Der Clou: Der Roboter weicht Menschen, Tieren oder anderen Hindernissen sicher aus und kehrt später eigenständig an die noch nicht gereinigten Stellen zurück. Er ist so programmiert, dass er nicht über Füße oder Kabel fährt und vorgegebene Abstände zu Treppen, Rolltreppen und Aufzügen einhält. Mit seinen Sensoren und Kameras orientiert sich der circa 180 Kilogramm schwere und 112 Zentimeter hohe Automat exakt im Raum.

„Wir wissen die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen von protec sehr zu schätzen“, betont die Vorstandsvorsitzende der ÜSTRA, Elke van Zadel. „Sie sorgen dafür, dass sich unsere Fahrgäste wohl- und sicher fühlen. Was die Teams tagtäglich leisten, ist immens. Wenn es jetzt durch den Einsatz neuer Technik Entlastung für die Mitarbeitenden gibt, ist das sehr zu begrüßen. Und „Bürsti“ scheint mir ein sehr passender Name“, unterstreicht van Zadel mit einem Augenzwinkern.

Kein Personalabbau
Tatsächlich werden der Reinigungsroboter und mögliche weitere Geräte dieser Art nicht dazu führen, Personal abzubauen. „Wir können unsere Kolleginnen und Kollegen im besten Fall von langwierigen und vielleicht auch beschwerlicheren Arbeitsvorgängen befreien. Dann bleibt mehr Zeit für manuelle Detailreinigung“, sagt Lindscheid. „Gleichzeitig entstehen durch den Einsatz solcher Hightech-Geräte neue Berufsbilder, die die Arbeit in der Reinigungsbranche wieder attraktiver machen“, so Lindscheid.

Weitere Vorteile könnten die Reinigung außerhalb von Arbeitszeiten des Personals sein, schonenderer Umgang mit Wasser, Reinigungsmitteln und Energie, schnellere und systematischere Reinigung von Großflächen und gleichbleibende Qualität beim Reinigungsergebnis.

Doch zunächst wird der „Bürsti“ ausgiebig getestet. Geprüft werden soll unter anderem, wie gut die Reinigung zu verschiedenen Tageszeiten funktioniert, wie der Roboter auf vor allem viele durcheinanderlaufende Menschen reagiert, wie sicher die Navigation ist und wie hoch die tatsächliche Zeit- und Ressourceneinsparung ist. Und natürlich: Wie wird das Projekt von Fahrgästen wahrgenommen?

Die Testphase wird ca. 12 Monate dauern. Eingesetzt wird der Reinigungsroboter zunächst in den Stationen Kröpcke und Aegi. Je nach Ergebnissen werden sowohl Orte als auch Zeit ausgeweitet.

Erstellt am 09.03.2026