
albus - der autonome Linienbus in der Region Hannover
Autonom unterwegs mit albus: In Burgdorf haben wir den ersten selbstfahrenden Linienbus im ÖPNV getestet – ein Meilenstein für die Mobilitätswende.
Expert*innen sind sich einig: Autonomes Fahren ist ein Schlüssel für die Mobilitätswende. Denn autonome Fahrzeuge werden in Zukunft helfen, ein flächendeckendes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) rund um die Uhr anzubieten – auch außerhalb des Stadtgebiets. In der Stadt Burgdorf hat die Region Hannover Mobilitätsgeschichte geschrieben – mit albus, dem ersten automatisiert fahrenden Linienbus im Testbetrieb in Deutschland. albus war von September 2025 bis Ende Juni 2026 in Burgdorf unterwegs. Nach der erfolgreichen ersten Projektphase mit rund 1.500 Testfahrten soll das Projekt mit der Beschaffung von zwei Bussen fortgeführt werden.
Das Projekt albus
Im Frühjahr 2023 startete das mit 6,3 Millionen Euro (davon 58 Prozent Bundesförderung) dotierte Projekt ALBUS, das nach jetzigem Stand bis Ende 2027 läuft.
Nach erfolgreichem Abschluss der der ersten Projektphase hat die Regionsversammlung der Region Hannover am 30.06.2026 der Fortführung des Projektes zugestimmt und damit den Startschuss für die zweite Projektphase gegeben. In dieser Phase ist folgendes geplant:
- Zwei weitere autonome Busse sollen in einer EU-weiten Ausschreibung beschafft werden.
- Der Pilotbetrieb wird ausgeweitet und optimiert, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln.
- Das Ziel ist, bis Ende 2029 einen „Driver-Out-Betrieb“ (also ohne Sicherheitsfahrpersonal) zu erreichen – ein entscheidender Schritt hin zum Regelbetrieb.
- Die wissenschaftliche Begleitung wird fortgesetzt, um CO₂-Einsparungen, Fahrgastakzeptanz und technische Weiterentwicklungen zu analysieren.
Nach Ende der Projektlaufzeit soll der Pilotbetrieb bis 2029 durch die ÜSTRA fortgesetzt werden.
Nach umfangreicher Vorbereitung und der Lösung rechtlicher Fragestellungen startete im September 2025 der Pilotbetrieb in Burgdorf. Eingesetzt wurde ein Bus des Modells „KARSAN autonomous e-ATAK“ des Herstellers KARSAN, der vom Projektpartner ADASTEC für den vollautomatisierten Betrieb mit Sensoren, Hardware und Software ausgerüstet wurde. Er bietet 22 Sitzplätze und eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern auf acht Metern Länge. Der Bus ist mit modernen Sensoren (LiDAR, Radar und Infrarot) ausgestattet, die rundum eine präzise Positionsbestimmung und Umfeldwahrnehmung ermöglichen. Das Fahrzeug erkennt Veränderungen auf der Strecke, prognostiziert Verhalten in Echtzeit und reagiert im Sinne eines sicheren und reibungslosen Fahrbetriebs. In der Testphase in Burgdorf war außerdem geschultes Personal an Bord, dass jederzeit in die Steuerung eingreifen konnte.
Der Testbetrieb fand unabhängig vom regulären Linienbetrieb entlang einer Linienführung angelehnt an die Bus-Linie 906 in Burgdorf statt. Das Fahrzeug fuhr dabei auf einer rund sechs Kilometer langen Strecke durch die Stadt – im regulären Mischverkehr mit bis zu 40 km/h. Der Elektrobus bediente dabei Haltestellen, überquerte Ampelkreuzungen und bewältigte urbane Herausforderungen wie Kreisverkehre und Fußgängerüberwege vollkommen autonom. Der Bus konnte kostenlos nach einmaliger Registrierung genutzt werden.

Hier seht ihr albus in Aktion
Forschend
Welche Auswirkungen hat der Einsatz von automatisierten Verkehren auf andere Verkehrsteilnehmende? Gibt es besondere Herausforderungen? Verändern sich diese im Laufe der Zeit? Wissenschaftliche Begleitstudien sollen auf diese und andere Fragen Antworten geben und unterstützen die Einführung, indem sie zum Beispiel die Akzeptanz, Umwelt- und Verkehrseinflüsse sowie rechtliche Rahmenbedingungen analysieren.
Eine erste Online-Umfrage wurde vor Beginn des Testbetriebs bis Ende August 2025 durchgeführt. Die Umfrage erfasste Erkenntnisse über die Akzeptanz der Bevölkerung des automatisierten Fahrens im ÖPNV vor dem Beginn des Testbetriebs. Dazu haben wir Rückmeldungen von mehr als 1.300 Personen erhalten. Während des Testbetriebs konnten die Tester*innen das Fahrzeug, das Fahrverhalten, die Barrierefreiheit sowie das Fahrerlebnis bewerten.
Nach dem Abschluss des Testbetriebs wird eine zweite Umfrage durchgeführt, um die Akzeptanz nach dem Testbetrieb sowie deren Veränderung zu erfassen und auszuwerten. Den Link zu dieser Umfrage wird voraussichtlich Anfang September 2026 unter anderem hier veröffentlicht.
Die Rückmeldungen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein und werden wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse werden nach Abschluss des Projektes u.a. hier veröffentlicht.
Wir bedanken uns herzlich für die umfangreiche Teilnahme an unseren Umfragen!
Fragen und Antworten zu albus
In 2025/26 wurde mit dem erfolgreichen Testbetrieb eines automatisierten Elektrobusses in Burgdorf das Ziel der ersten Projektphase erreicht. Die zweite Projektphase sah vor, bis zu drei autonome Fahrzeuge in den ÖPNV-Regelbetrieb in der Region Hannover zu integrieren. Aufgrund der Marktverfügbarkeit von Fahrzeugen und Genehmigungslage werden zunächst zwei Fahrzeuge beschafft und in einem erweiterten Testbetrieb eingesetzt. Ziel ist es, bis Ende 2029 einen automatisierten Betrieb ohne Sicherheitsfahrpersonal („Driver-Out“) zu erreichen.
Die Busse werden in der Region Hannover unterwegs sein. Wo genau das sein wird und ob auf einer oder zwei Linien, wird im Laufe der weiteren Projektphase erarbeitet.
Welches Fahrzeugmodell beschafft wird, hängt von den Ausschreibungsergebnissen ab. In Frage kommen Busse mit einer Länge von ca. 8 Metren (wie der verwendete Bus der ersten Projektphase) bis zu 12 Metern (Länge eines Standardlinienbusses).
Es ist beabsichtigt, erste Testfahrten im 4. Quartal 2027 durchzuführen und in 2028 einen regelmäßigen öffentlichen Testbetrieb anbieten zu können. Die genauen Zeitpläne hängen dabei u.a. von Lieferfristen und Genehmigungsdauer ab.
Das Projekt wird in der Region Hannover umgesetzt. Der Testbetrieb in der ersten Projektphase erfolgte von September 2025 bis Juni 2026 in Burgdorf.
Die Region Hannover leitet als Aufgabenträgerin des ÖPNV das Projekt. Der Betrieb erfolgte durch die ÜSTRA.
Für einen Linienbus ist albus in Deutschland das erste Projekt. Ein baugleiches Fahrzeug ist in Stavanger (Norwegen) im regulären ÖPNV im Einsatz.
Bei albus handelt es sich um das deutschlandweit erste Projekt eines automatisiert fahrenden Linienbusses. Das Bundesverkehrsministerium fördert parallel zu albus weitere Projekte des automatisierten und autonomen Fahrens, die andere Schwerpunkte verfolgen z.B.: AHOI, ALIKE, NOWEL4, KIRA und MINGA.
Beim automatisierten Fahren übernimmt das Fahrzeug für ausgewählte Situationen die Steuerung und die Überwachung der Fahrt. Beim vollautomatisierten oder autonomen Fahren übernimmt das Fahrzeug die gesamte Steuerung und die Überwachung der Fahrt in allen Situationen.
Level 4 steht bei der Automatisierung von Fahrzeugen für eine sehr hohe Automatisierungsstufe im Straßenverkehr. In Level 4 übernimmt ein Fahrzeug in einem definierten Betriebsgebiet dauerhaft die Steuerung eines Fahrzeugs. In Notfallsituation bringt sich der Bus automatisch in einen Minimalrisikozustand und leitet dafür bei Bedarf ein vordefiniertes Ausweich- oder Abbremsmanöver ein („Minimal Risk Maneuver“, kurz: MRM). Die Fahrzeuge müssen nur noch durch eine technische Aufsicht aus der Ferne überwacht werden. Die technische Aufsicht erkennt die Fahrzeugumgebung über Kameras und kann bei Bedarf Fahrmanöver freigeben. Mit der Genehmigung, die albus erhalten hat, ist die technische Aufsicht noch im Fahrzeug verortet.
Andere Verkehrsteilnehmer*innen werden in Echtzeit erkannt, das Fahr- oder Gehverhalten vorausberechnet und das Fahrverhalten des Busses entsprechend angepasst.
Der Bus erkennt seine Umgebung über Kameras, Radar- und Lichtsensoren (LiDAR). Außerdem kommt GPS zum Einsatz. Zur Orientierung im Raum dienen hochpräzise Karten. Die Karten enthalten genaue Informationen über Straßenverlauf, Fahrspuren, Verkehrszeichen, Ampeln, Bordsteine usw.
Während des Testbetriebs war immer Fahrpersonal an Bord. Dieses kann bei Bedarf jederzeit in die automatische Steuerung des Busses eingreifen.
Ziel ist es, bis Ende 2029 den sogenannten „Driver-Out-Betrieb“, also einen Betrieb ohne Sicherheitsfahrpersonal an Bord, zu erreichen.
Auch wenn das Förderprojekt zum 31.12.2027 endet, soll der Testbetrieb fortgesetzt werden. Dafür hat die Regionsversammlung der Region Hannover die notwendigen finanziellen Mittel für 2028 und 2029 beschlossen,
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit rund 3,7 Mio. Euro bis Ende 2027 gefördert und fortlaufend weiterentwickelt.

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