
albus - der autonome Linienbus in der Region Hannover
Autonom unterwegs mit albus: In Burgdorf haben wir den ersten selbstfahrenden Linienbus im ÖPNV getestet – ein Meilenstein für die Mobilitätswende.
Expert*innen sind sich einig: Autonomes Fahren ist ein Schlüssel für die Mobilitätswende. Denn autonome Fahrzeuge werden in Zukunft helfen, ein flächendeckendes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) rund um die Uhr anzubieten – auch außerhalb des Stadtgebiets. In der Stadt Burgdorf hat die Region Hannover Mobilitätsgeschichte geschrieben – mit albus, dem ersten automatisiert fahrenden Linienbus im Testbetrieb in Deutschland. albus war von September 2025 bis Ende Juni 2026 in Burgdorf unterwegs.
Hier seht ihr albus in Aktion
Unterwegs in Burgdorf
Der Testbetrieb fand unabhängig vom regulären Linienbetrieb entlang einer Linienführung angelehnt an die Bus-Linie 906 in Burgdorf statt.
Die automatisiert gefahrene Strecke führte vom Bahnhof über Gartenstraße, Vor dem Celler Tor, Kleiner Brückendamm über den Schwarzer-Herzog-Kreisel in die Südstadt, über Geibelstraße, Niedersachsenring, Berliner Ring, Immenser Landstraße und Immenser Straße und zurück zum Bahnhof.
Das Fahrzeug fuhr dabei auf einer rund sechs Kilometer langen Strecke durch die Stadt – im regulären Mischverkehr mit bis zu 40 km/h. Der Elektrobus bediente dabei Haltestellen, überquerte Ampelkreuzungen und bewältigte urbane Herausforderungen wie Kreisverkehre und Fußgängerüberwege vollkommen autonom.

Sicher dank Sensoren
Eingesetzt wurde ein Bus des Modells „KARSAN autonomous e-ATAK“ des Herstellers KARSAN, der vom Projektpartner ADASTEC für den vollautomatisierten Betrieb mit Sensoren, Hardware und Software ausgerüstet wurde. Er bietet 22 Sitzplätze und eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern auf acht Metern Länge. Der Bus ist mit modernen Sensoren (LiDAR, Radar und Infrarot) ausgestattet, die rundum eine präzise Positionsbestimmung und Umfeldwahrnehmung ermöglichen. Das Fahrzeug erkennt Veränderungen auf der Strecke, prognostiziert Verhalten in Echtzeit und reagiert im Sinne eines sicheren und reibungslosen Fahrbetriebs. In der Testphase in Burgdorf war außerdem geschultes Personal an Bord, dass jederzeit in die Steuerung eingreifen konnte.

Projektpartner ADASTEC stellt hier die Details des Busses vor.
Forschend
Welche Auswirkungen hat der Einsatz von automatisierten Verkehren auf andere Verkehrsteilnehmende? Gibt es besondere Herausforderungen? Verändern sich diese im Laufe der Zeit? Wissenschaftliche Begleitstudien sollen auf diese und andere Fragen Antworten geben und unterstützen die Einführung, indem sie zum Beispiel die Akzeptanz, Umwelt- und Verkehrseinflüsse sowie rechtliche Rahmenbedingungen analysieren. Ihr könnt ganz einfach selbst teilnehmen!
Eine erste Online-Umfrage wurde vor Beginn des Testbetriebs bis Ende August 2025 durchgeführt. Die Umfrage erfasste Erkenntnisse über die Akzeptanz der Bevölkerung des automatisierten Fahrens im ÖPNV vor dem Beginn des Testbetriebs. Dazu haben wir Rückmeldungen von mehr als 1.300 Personen erhalten. Nach dem Abschluss des Testbetriebs wird eine zweite Umfrage durchgeführt, um die Akzeptanz nach dem Testbetrieb sowie deren Veränderung zu erfassen und auszuwerten.
So können das Fahrzeug, das Fahrverhalten, die Barrierefreiheit sowie Fahrerlebnis bewertet werden. Diese Rückmeldungen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein und werden wissenschaftlich begleitet. Die Ergbenisse werden nach Abschluss des Projektes u.a. hier veröffentlicht.
Wir bedanken uns herzlich für die umfangreiche Teilnahme!
Fragen und Antworten zum autonomen Fahren
In der ersten Projektphase bis einschließlich Juni 2026 war das Ziel der erfolgreiche Testbetrieb in Burgdorf. In der zweiten Projektphase bis zu drei autonome Fahrzeuge in ÖPNV-Regelbetrieb in der Region Hannover integriert werden.
Das Projekt wird in der Region Hannover umgesetzt. Der Testbetrieb in der ersten Projektphase erfolgte von September 2025 bis Juni 2026 in Burgdorf.
Die Region Hannover leitet als Aufgabenträgerin des ÖPNV das Projekt. Der Betrieb erfolgte durch die ÜSTRA.
Für einen Linienbus ist albus in Deutschland das erste Projekt. Ein baugleiches Fahrzeug ist in Stavanger (Norwegen) im regulären ÖPNV im Einsatz.
Bei albus handelt es sich um das deutschlandweit erste Projekt eines automatisiert fahrenden Linienbusses. Das Bundesverkehrsministerium fördert parallel zu albus weitere Projekte des automatisierten und autonomen Fahrens, die andere Schwerpunkte verfolgen z.B.: AHOI, ALIKE, NOWEL4, KIRA und MINGA.
Beim automatisierten Fahren übernimmt das Fahrzeug für ausgewählte Situationen die Steuerung und die Überwachung der Fahrt. Beim vollautomatisierten oder autonomen Fahren übernimmt das Fahrzeug die gesamte Steuerung und die Überwachung der Fahrt in allen Situationen.
Level 4 steht bei der Automatisierung von Fahrzeugen für eine sehr hohe Automatisierungsstufe im Straßenverkehr. In Level 4 übernimmt ein Fahrzeug in einem definierten Betriebsgebiet dauerhaft die Steuerung eines Fahrzeugs. In Notfallsituation bringt sich der Bus automatisch in einen Minimalrisikozustand und leitet dafür bei Bedarf ein vordefiniertes Ausweich- oder Abbremsmanöver ein („Minimal Risk Maneuver“, kurz: MRM). Die Fahrzeuge müssen nur noch durch eine technische Aufsicht aus der Ferne überwacht werden. Die technische Aufsicht erkennt die Fahrzeugumgebung über Kameras und kann bei Bedarf Fahrmanöver freigeben. Mit der Genehmigung, die albus erhalten hat, ist die technische Aufsicht noch im Fahrzeug verortet.
Andere Verkehrsteilnehmer*innen werden in Echtzeit erkannt, das Fahr- oder Gehverhalten vorausberechnet und das Fahrverhalten des Busses entsprechend angepasst.
Der Bus erkennt seine Umgebung über Kameras, Radar- und Lichtsensoren (LiDAR). Außerdem kommt GPS zum Einsatz. Zur Orientierung im Raum dienen hochpräzise Karten. Die Karten enthalten genaue Informationen über Straßenverlauf, Fahrspuren, Verkehrszeichen, Ampeln, Bordsteine usw.
Während des Testbetriebs war immer Fahrpersonal an Bord. Dieses kann bei Bedarf jederzeit in die automatische Steuerung des Busses eingreifen.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit rund 3,7 Mio. Euro bis Mitte 2027 gefördert und fortlaufend weiterentwickelt.

Du hast weitere Fragen zum albus-Projekt?
Dann bist du hier an der richtigen Adresse!


